Skip to content
Menü

Wann beginnt die Einspruchsfrist beim Bußgeldbescheid?

Gegen einen Bußgeldbescheid können Betroffene in der Regel zwei Wochen lang Einspruch einlegen – diese Frist beginnt mit der Zustellung des Bescheids. Wer den Briefkasten erst nach der Rückkehr aus dem Urlaub leert, hat die Frist daher oft schon versäumt, kann aber unter Umständen Wiedereinsetzung in den vorigen Stand beantragen.

Die Hand eines Zustellers schiebt einen gelben Briefumschlag der Bußgeldstelle in einen metallenen Briefkastenschlitz.
Zustellung eines gelben Briefumschlags im Wohnhaus: Fristbeginn für den Einspruch gegen einen Bußgeldbescheid. Symbolfoto: KI

Einspruchsfrist beim Bußgeldbescheid: Das Wichtigste

  • Wer die Frist verpasst, macht den Bußgeldbescheid rechtskräftig und muss oft zahlen.
  • Die Frist beginnt mit der Zustellung des Bescheids, nicht mit dem Datum oben im Briefkopf; der Anhörungsbogen zählt dafür nicht.
  • Betroffen ist jeder, der einen Bußgeldbescheid bekommt, etwa wegen Tempoverstoß, Parkverstoß oder Handy am Steuer.
  • Prüfen Sie das Zustelldatum sofort und legen Sie den Einspruch rechtzeitig bei der Behörde ein.
  • Der wichtigste Hebel ist der genaue Nachweis des Zugangs: gelber Umschlag, Zustellvermerk und Aktenzeichen.
  • Bei Fristproblemen kann eine Wiedereinsetzung helfen, wenn Sie den Ausfall belegen und schnell handeln.

Welches Datum ist für den Beginn der Einspruchsfrist entscheidend?

Sie öffnen Ihren Briefkasten und finden einen Bußgeldbescheid. Das Datum oben rechts im Briefkopf ist bereits eine Woche alt. Wie viel Zeit bleibt Ihnen noch für den Einspruch? Diese Frage stellen sich viele – und viele beantworten sie falsch.

„Der Einspruch ist innerhalb von zwei Wochen nach Zustellung schriftlich oder zur Niederschrift bei der Verwaltungsbehörde, die den Bußgeldbescheid erlassen hat, einzulegen.“ (§ 67 Abs. 1 Satz 1 OWiG)


Maßgeblich ist nicht das Ausstellungsdatum auf dem Bescheid, sondern der Tag der wirksamen Zustellung, wie § 67 Abs. 1 OWiG eindeutig regelt. Der entscheidende Hinweis steckt deshalb nicht im Briefkopf, sondern auf dem Umschlag – genauer: im Vermerk des Zustellers. Wer diesen Unterschied übersieht, verliert wertvolle Tage.

Hände über einem ausgefüllten Anhörungsbogen und einem gelben Briefumschlag auf einem Holztisch.
Anhörungsbogen und Bußgeldbescheid auf dem Tisch: Die Antwort ersetzt nicht den förmlichen Einspruch. Symbolfoto: KI

Gilt die Antwort auf den Anhörungsbogen bereits als Einspruch?

Ein häufiger und schwerwiegender Fehler passiert bereits vor dem eigentlichen Fristbeginn: Viele Betroffene verwechseln den vorab verschickten Anhörungsbogen mit dem eigentlichen Bußgeldbescheid. Sie füllen den Bogen aus, weisen die Schuld zurück und schicken ihn an die Behörde. Wenn Wochen später der echte Bußgeldbescheid im gelben Umschlag eintrifft, wird dieser ignoriert – in dem Glauben, man habe sich ja bereits geäußert.

Das ist ein Irrtum. Der Anhörungsbogen dient lediglich der Sachverhaltsaufklärung und löst noch keine Einspruchsfrist aus. Ihre Antwort darauf ist rechtlich kein Einspruch. Erst wenn der tatsächliche Bußgeldbescheid zugestellt wird, beginnt die strikte Zwei-Wochen-Frist.

Sie müssen gegen den Bußgeldbescheid zwingend erneut und ausdrücklich Einspruch einlegen – selbst dann, wenn Sie der Behörde im Anhörungsbogen bereits ausführlich dargelegt haben, warum Sie den Vorwurf für falsch halten. Tun Sie das nicht, wird der Bußgeldbescheid nach zwei Wochen rechtskräftig (rechtlich bindend und vollstreckbar). Dies geschieht völlig unabhängig von Ihrem vorherigen Schriftverkehr.

Frist abgelaufen oder unsicher? Jetzt richtig reagieren

Die zweiwöchige Einspruchsfrist ist extrem kurz und Fehler bei der Zustellung oder Berechnung führen oft zum Verlust Ihrer Rechte. Unser Fachanwalt für Verkehrsrecht prüft für Sie die Wirksamkeit der Zustellung und stellt sicher, dass alle Fristen gewahrt bleiben, um unberechtigte Bußgelder abzuwenden.

Wann gilt ein Bußgeldbescheid rechtlich als zugestellt?

„Konnte die Zustellung […] nicht ausgeführt werden, kann das Schriftstück in einen zu der Wohnung […] gehörenden Briefkasten […] eingelegt werden. […] Mit der Einlegung gilt das Schriftstück als zugestellt.“ (§ 180 Satz 1 u. 2 ZPO)

Bußgeldbehörden stellen Bescheide meist mit einer förmlichen Zustellungsurkunde zu – dem sogenannten „gelben Umschlag“. Ist eine persönliche Übergabe nicht möglich, weil niemand die Tür öffnet, legt der Zusteller den Bescheid in den Briefkasten. Dieser Moment ist nach § 180 ZPO rechtlich die vollendete Zustellung: Mit dem Einlegen in den zur Wohnung gehörenden Briefkasten gilt das Schriftstück als zugestellt – nicht erst dann, wenn Sie es tatsächlich in die Hand nehmen.

Was das konkret bedeutet, hat der VGH München 2024 klar formuliert (Az. 11 ZB 23.2021): Die sogenannte Zustellungsfiktion (die gesetzliche Annahme, dass ein Dokument zugegangen ist) tritt auch dann ein, wenn ein Dritter den Brief aus dem Briefkasten nimmt und ihn Ihnen nicht weitergibt. Dies kann ein Mitbewohner oder ein Familienmitglied sein. Auf Ihre tatsächliche Kenntnisnahme kommt es rechtlich nicht an. Wer nach einem langen Arbeitstag den Stapel Post erst am Wochenende durchsieht, gewinnt dadurch keine zusätzliche Frist.

Die Zustellungsurkunde ist das zentrale Beweismittel der Behörde. Sie dokumentiert, wann und wie zugestellt wurde. Der VGH München (Az. 11 CS 23.2036, 29.01.2024) hat bestätigt, dass eine ordnungsgemäß ausgestellte Zustellungsurkunde vollen Beweis für den Zustellungszeitpunkt erbringt. Wer nur behauptet, er habe nichts bekommen, scheitert damit regelmäßig. Es braucht konkrete Gegenfakten – etwa einen Nachweis, dass die Adresse falsch war oder der Briefkasten nicht zur tatsächlichen Wohnung gehörte.

Wie berechnet man die zweiwöchige Einspruchsfrist richtig?

Die Berechnung folgt einer einfachen Regel: Die Frist endet mit Ablauf desjenigen Tages der zweiten Woche, der dem Wochentag der Zustellung entspricht. Erfolgt der Einwurf an einem Montag, haben Sie bis zum Montag in zwei Wochen um 24:00 Uhr Zeit. Ab Dienstag 0:00 Uhr ist der Einspruch verspätet und der Bescheid wird rechtskräftig – ein Eingang nur wenige Minuten nach Mitternacht führt bereits zur Ablehnung.

Eine wichtige Ausnahme: Fällt das Fristende auf einen Samstag, Sonntag oder gesetzlichen Feiertag, verschiebt sich der letzte Tag auf den nächsten Werktag. Es empfiehlt sich dennoch, den Einspruch mit ausreichendem zeitlichen Vorlauf einzureichen, um unvorhersehbare Verzögerungen am letzten Tag der Frist zu vermeiden.

Ein Mann mit Klinik-Armband legt ein ärztliches Attest neben einen gelben Bußgeldbescheid.
Vorlage eines ärztlichen Attests beim Beratungsgespräch: Wiedereinsetzung erfordert den Nachweis unverschuldeter Fristversäumnis. Symbolfoto: KI

Was kann ich tun, wenn ich die Einspruchsfrist verpasst habe?

„War jemand ohne Verschulden verhindert, eine Frist einzuhalten, so ist ihm auf Antrag Wiedereinsetzung in den vorigen Stand zu gewähren.“ (§ 52 Abs. 1 OWiG)

Manchmal liegt der Bescheid im Briefkasten, während Sie im Krankenhaus liegen, im Urlaub sind oder sich in einer vergleichbaren Ausnahmesituation befinden. Das Gesetz kennt für diese Fälle einen Ausweg: die Wiedereinsetzung in den vorigen Stand nach § 52 OWiG. Durch dieses Verfahren wird die versäumte Frist rechtlich so behandelt, als hätte sie noch nicht begonnen, sodass Sie den Einspruch nachholen können.

Urlaub oder Krankheit schützen aber nicht automatisch vor dem Fristablauf. Die Zustellungsfiktion greift trotzdem – der Briefkasten läuft weiter. Die Wiedereinsetzung setzt voraus, dass Sie die Frist ohne eigenes Verschulden versäumt haben, und dieser Nachweis ist anspruchsvoll. Ein Krankenhausaufenthalt, der Sie tatsächlich daran gehindert hat, den Brief zu lesen und zu reagieren, kann genügen – aber nur mit einem ärztlichen Attest als Beleg. Eine pauschale Behauptung reicht nicht.

Stellen Sie sich vor: Sie leeren Ihren Briefkasten aus Nachlässigkeit nur unregelmäßig und finden den am Freitag zugestellten Bescheid erst über zwei Wochen später vor. Da Sie die Frist deshalb verpassen, berufen Sie sich auf ein fehlendes Verschulden. Rechtlich wird dies jedoch als Ihr Verschulden gewertet, da man regelmäßig für die Postleerung sorgen muss – die Wiedereinsetzung ist in diesem Fall nicht möglich.

Noch wichtiger ist die Zeitkomponente: Der Wiedereinsetzungsantrag muss innerhalb einer Woche nach Wegfall des Hindernisses gestellt werden – also etwa eine Woche nach Ihrer Rückkehr aus dem Krankenhaus oder dem Urlaub. In dieser Wochenfrist müssen Sie auch den versäumten Einspruch nachholen. Wer nach der Rückkehr erst einmal abwartet, verliert auch diesen letzten Ausweg.


Frist-TypDauerBeginn der FristWichtige Bedingung
Einspruchsfrist2 WochenZustellung (Einwurf gelber Umschlag)Eingang bei Behörde zählt (nicht Absenden)
Wiedereinsetzungsfrist1 WocheWegfall des Hindernisses (z. B. Rückkehr)Einspruch muss zeitgleich nachgeholt werden
Fristende (Wochenende)VariabelSamstag, Sonntag oder FeiertagFristende am nächsten Werktag

Eine andere Möglichkeit, die Frist anzugreifen, liegt beim Zustellungsort selbst. Nach der Rechtsprechung des BGH (Az. III ZR 342/09) und des BayObLG (Az. 201 ObOWi 1475/21) setzt eine wirksame Briefkastenzustellung voraus, dass der Briefkasten zur tatsächlichen Wohnung des Betroffenen gehört. Hat die Behörde an eine alte Adresse zugestellt, obwohl Sie längst umgezogen waren und das auch der Behörde bekannt sein musste, war die Zustellung unwirksam – die Frist hat dann nie zu laufen begonnen.

Das OLG Brandenburg hat 2025 (Az. 2 ORbs 40/25) einen weiteren Fall entschieden: Ein Bußgeldbescheid wurde an die Meldeanschrift eines inhaftierten Mannes zugestellt. Dies war zunächst unwirksam, weil er dort nicht wohnte. Allerdings wurde dieser formelle Mangel rechtlich „geheilt“ (also nachträglich wirksam gemacht), weil der Bescheid dem bevollmächtigten Verteidiger tatsächlich zugegangen war.

Dieses Urteil zeigt: Auch scheinbar klare Zustellungsfehler können durch die tatsächliche Übergabe an einen empfangsberechtigten Anwalt ihre rechtliche Gültigkeit erlangen.

Wenn die Frist bereits abgelaufen scheint, der Bescheid an eine falsche Adresse ging oder eine längere Abwesenheit vorlag, ist eine individuelle rechtliche Prüfung sinnvoll – die Frage, ob eine Zustellung wirksam war oder ein Wiedereinsetzungsgrund vorliegt, hängt von konkreten Einzelheiten ab, die sich nicht pauschal beantworten lassen.

Eine Person schickt kurz vor Mitternacht ein Einspruchsschreiben per Fax ab.
Fristwahrung per Faxgerät: Der Sendebericht dient als Nachweis für den rechtzeitigen Einspruch gegen Bußgelder. Symbolfoto: KI

Wie lege ich fristgerecht Einspruch gegen den Bußgeldbescheid ein?

Das Erste, was Sie nach dem Öffnen des Briefkastens tun sollten: Den Umschlag aufbewahren und das Datum des Zustellungsvermerks notieren. Der gelbe Umschlag enthält den Stempel des Zustellers mit dem genauen Einwurfdatum – das ist Ihre Grundlage für die Fristberechnung. Werfen Sie ihn nicht weg.

Berechnen Sie das Fristende sofort: Zustellungstag plus zwei Wochen, Wochentag auf Wochentag. Fällt das Ende auf ein Wochenende oder einen Feiertag, gilt der nächste Werktag. Tragen Sie dieses Datum in Ihren Kalender ein – nicht als Zieldatum, sondern als absolute Grenze.

Der Einspruch muss schriftlich bei der Behörde eingehen, die den Bescheid erlassen hat. Geben Sie dabei zwingend das Aktenzeichen an, damit Ihr Schreiben zugeordnet werden kann. Eine Begründung ist zunächst nicht erforderlich. Entscheidend ist allein der tatsächliche Eingang bei der Behörde vor Fristablauf – das Datum des Poststempels spielt keine Rolle. Nutzen Sie am letzten Tag ein Fax mit Sendebericht oder die persönliche Abgabe, da Sie bei der Post das volle Risiko für Verzögerungen tragen.

Infografik: Fünf Schritte zum fristgerechten Einspruch gegen einen Bußgeldbescheid, vom Umschlag bis zur Belegsicherung.
Ablauf und wichtige Schritte für einen fristgerechten Einspruch.
Achtung Falle:

In der Praxis scheitern Betroffene oft an ihrem eigenen Perfektionismus. Viele lassen die Frist verstreichen, weil sie noch auf das Blitzerfoto, eine anwaltliche Ersteinschätzung oder Zeugenaussagen warten. Häufig wird übersehen: Ein unbegründeter Einspruch ist zunächst ein rein taktisches Mittel, um den Fristablauf zu verhindern. Stellt sich später heraus, dass ein Vorgehen aussichtslos ist, können Sie den Einspruch im behördlichen Verfahren jederzeit zurücknehmen, ohne dass dadurch zusätzliche Gerichts- oder Verfahrenskosten entstehen. Warten Sie also niemals mit dem Absenden, bis Sie Ihre Verteidigung formuliert haben.

Haben Sie die Frist versäumt, gilt: sofort handeln. Stellen Sie den Wiedereinsetzungsantrag und holen Sie den Einspruch innerhalb der Wochenfrist nach Wegfall des Hindernisses nach. Ohne Belege – ein Attest, Flugtickets, Krankenhausnachweise – ist die Wiedereinsetzung fast aussichtslos. Die Behörde wird den Hinderungsgrund streng prüfen, und pauschale Angaben überzeugen keine Behörde und kein Gericht.

Halten Sie alle Unterlagen bereit: den Bescheid selbst, den Umschlag, Nachweise zu einer möglichen Abwesenheit und jeden Schriftverkehr mit der Behörde. Wer diese Belege früh sichert, hat eine deutlich bessere Ausgangslage – egal ob es um den Einspruch in der Sache oder um einen Streit über die Wirksamkeit der Zustellung geht.

Ist ein Einspruch per E-Mail rechtlich wirksam?

Grundsätzlich reicht eine einfache E-Mail ohne besondere Form nicht aus, um die Einspruchsfrist sicher zu wahren. Das Gesetz fordert für den Einspruch die Schriftform. Eine gewöhnliche, formlos geschriebene E-Mail erfüllt diese Anforderung im Regelfall nicht, da keine unterschriebene Erklärung als Schriftstück vorliegt. Wer seinen Einspruch kurz vor Fristablauf nur als einfachen E‑Mail‑Text an die Bußgeldstelle schickt, riskiert daher, dass die Frist als verpasst gilt und der Bescheid rechtskräftig wird.

Eine elektronische Übermittlung ist sicher wirksam, wenn sie mit einer qualifizierten elektronischen Signatur (qeS) versehen ist oder über einen gesetzlichen sicheren Übermittlungsweg (z. B. De‑Mail oder besondere Postfächer für Anwälte und Behörden) erfolgt. In bestimmten Fällen kann auch eine per E‑Mail übersandte, handschriftlich unterschriebene Einspruchsschrift wirksam sein, wenn die Behörde den unterschriebenen Anhang innerhalb der Frist ausdruckt und zu den Akten nimmt. Da sich Betroffene darauf nicht verlassen sollten, bleiben der klassische Brief, das Fax mit Sendebericht oder die persönliche Abgabe die praktisch sichersten Wege für Ihren Einspruch.

Infografik: Voraussetzungen und Grenzen der Wiedereinsetzung in den vorigen Stand bei verpasster Einspruchsfrist.
Wann eine Wiedereinsetzung nach verpasster Frist möglich ist.

Unser Experte: Dr. Christian Gerd Kotz (Fachanwalt für Verkehrsrecht)
Experten Kommentar

Was bei der Rettung verpasster Fristen oft übersehen wird: Behörden lehnen Anträge auf Wiedereinsetzung im ersten Schritt fast standardmäßig ab. Sachbearbeiter prüfen hier sehr genau und suchen nach Lücken in der Begründung. Wer nur ein einfaches ärztliches Attest einreicht, ohne die absolute Handlungsunfähigkeit für den gesamten Zeitraum zu belegen, wird in der Regel abgelehnt.

Ich erlebe regelmäßig, dass selbst bei echten familiären Notfällen erst das Amtsgericht die sture Haltung der Behörde korrigieren muss. Deshalb reicht es nicht, nur Dokumente einzureichen, sondern der Ausfallgrund muss taggenau und lückenlos erzählt werden. Wer hier zu knapp formuliert oder auf menschliches Verständnis der Bußgeldstelle hofft, verschenkt seine letzte Chance.


Hinweis/Disclaimer: Teile der Inhalte dieses Beitrags, einschließlich der FAQ, wurden unter Einsatz von Systemen künstlicher Intelligenz erstellt oder überarbeitet und anschließend redaktionell geprüft. Die bereitgestellten Informationen dienen ausschließlich der allgemeinen unverbindlichen Information und stellen keine Rechtsberatung im Einzelfall dar und können eine solche auch nicht ersetzen. Trotz sorgfältiger Bearbeitung kann keine Gewähr für Richtigkeit, Vollständigkeit und Aktualität übernommen werden. Die Nutzung der Informationen erfolgt auf eigene Verantwortung; eine Haftung wird im gesetzlich zulässigen Umfang ausgeschlossen.

Wenn Sie einen ähnlichen Fall haben und konkrete Fragen oder Anliegen klären möchten, kontaktieren Sie uns bitte für eine individuelle Prüfung Ihrer Situation und der aktuellen Rechtslage.


Nächtliche Stadtstraße mit Autos und roter Ampel als Illustration zu FAQs im Verkehrs- und Ordnungswidrigkeitsrecht.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Verliere ich mein Einspruchsrecht, wenn ich während der Zustellung drei Wochen im Urlaub war?

ES KOMMT DARAUF AN. Ein Urlaub unterbricht die Einspruchsfrist zwar nicht automatisch, aber Sie können eine Wiedereinsetzung in den vorigen Stand beantragen, wenn Sie den Einspruch innerhalb einer Woche nach Rückkehr nachholen.

Nach § 180 ZPO gilt ein Schriftstück bereits dann als zugestellt, wenn der Postbote es in Ihren Briefkasten einwirft, unabhängig von Ihrer tatsächlichen Anwesenheit vor Ort. Da die Einspruchsfrist lediglich zwei Wochen beträgt, ist diese bei einem dreiwöchigen Urlaub zum Zeitpunkt Ihrer Rückkehr formal bereits abgelaufen. Das Gesetz ermöglicht jedoch die Wiedereinsetzung gemäß § 52 OWiG, sofern Sie die Frist ohne eigenes Verschulden versäumt haben, was bei Urlaubsreisen regelmäßig anerkannt wird. Sie müssen innerhalb von sieben Tagen nach Ihrer Ankunft sowohl den Antrag stellen als auch den versäumten Einspruch schriftlich nachreichen.

Die erfolgreiche Wiedereinsetzung setzt voraus, dass Sie Ihre Abwesenheit durch geeignete Dokumente wie Flugtickets, Hotelrechnungen oder Tankbelege lückenlos nachweisen können, da die Behörde den Antrag ohne glaubhafte Belege regelmäßig ablehnt.


zurück zur FAQ Übersicht

Gilt die Frist auch, wenn mein Mitbewohner den Brief aus dem Kasten geholt hat?

JA. Die zweiwöchige Einspruchsfrist beginnt bereits mit dem Einwurf des gelben Umschlags in Ihren Briefkasten, unabhängig davon, ob ein Mitbewohner den Brief entnommen oder Ihnen verspätet ausgehändigt hat. Für den Fristlauf ist allein der Zeitpunkt der rechtlich vollendeten Zustellung durch den Postboten in Ihren Empfangsbereich entscheidend.

Gemäß § 180 ZPO gilt ein Schriftstück als zugestellt, sobald es in den zur Wohnung gehörenden Briefkasten eingelegt wurde, da es damit in Ihren Herrschaftsbereich gelangt ist. Die tatsächliche Kenntnisnahme oder das persönliche In-den-Händen-Halten des Bescheids ist für die rechtliche Wirksamkeit dieser sogenannten Zustellungsfiktion ausdrücklich nicht erforderlich. Versäumnisse von Mitbewohnern oder Familienmitgliedern bei der Postweitergabe gehen nach ständiger Rechtsprechung, etwa des VGH München (Az. 11 ZB 23.2021), zu Lasten des Adressaten. Sie sollten daher umgehend das auf dem gelben Umschlag vermerkte Einwurfdatum prüfen, um die verbleibende Frist für Ihren Einspruch exakt zu berechnen.


zurück zur FAQ Übersicht

Kann ich Einspruch einlegen, wenn ich den gelben Umschlag mit dem Zustelldatum weggeworfen habe?

JA, ein Einspruch ist rechtlich auch ohne den gelben Umschlag möglich, da dieser lediglich als Ihr privates Beweismittel für den exakten Fristbeginn dient. Ohne diesen Beleg riskieren Sie jedoch eine Fehlberechnung der Frist, da das Druckdatum auf dem Bescheid rechtlich nicht entscheidend ist.

Die Behörde führt eine eigene Zustellungsurkunde, die gemäß § 180 ZPO den vollen Beweis über den Zeitpunkt des Einwurfs in Ihren Briefkasten erbringt. Da Sie ohne den Umschlag keinen eigenen Gegenbeweis führen können, sollten Sie den Einspruch zur Sicherheit unverzüglich einlegen, um keine Fristversäumnis zu riskieren. Es empfiehlt sich zudem, telefonisch bei der zuständigen Behörde nach dem dort aktenkundigen Zustelldatum zu fragen, um die verbleibende Zeit präzise bestimmen zu können. Verlassen Sie sich keinesfalls auf das Druckdatum im Briefkopf des Bescheids, da dieses oft mehrere Tage vor der tatsächlichen Zustellung liegt.

Sollten Sie eine fehlerhafte Zustellung vermuten, kann ein Rechtsanwalt durch Akteneinsicht die behördliche Zustellungsurkunde prüfen und gegebenenfalls trotz des fehlenden Umschlags formelle Mängel im Zustellvorgang erfolgreich rügen.


zurück zur FAQ Übersicht

Welche Nachweise brauche ich für eine Wiedereinsetzung nach einem plötzlichen Aufenthalt im Krankenhaus?

Für eine Wiedereinsetzung nach einem Krankenhausaufenthalt ist in der Regel ein aussagekräftiges ärztliches Attest erforderlich, das Ihre krankheitsbedingte Unfähigkeit zur Wahrnehmung Ihrer Angelegenheiten im maßgeblichen Zeitraum nachvollziehbar darstellt. Ergänzend sollten Sie Entlassungsbericht oder eine Bescheinigung über die Dauer der stationären Behandlung als Nachweis für den Zeitraum Ihrer Abwesenheit beifügen.

Gemäß § 52 OWiG setzt die Wiedereinsetzung voraus, dass Sie die Frist ohne eigenes Verschulden versäumt haben und diesen Umstand durch geeignete Beweismittel glaubhaft machen. Ein bloßer Hinweis auf einen Krankenhausaufenthalt genügt meist nicht, da die Behörde prüft, ob Sie trotz der Erkrankung zumutbar Vorsorge treffen oder einen Dritten mit der Postöffnung beauftragen konnten. Das Attest sollte deshalb möglichst erkennen lassen, dass Sie aufgrund Ihres medizinischen Zustands faktisch außerstande waren, rechtzeitig rechtliche Schritte einzuleiten oder Hilfe zu organisieren. Pauschale Behauptungen ohne ausreichende schriftliche Dokumentation führen in der Praxis häufig zur Ablehnung des Antrags durch die Bußgeldstelle oder das Gericht.

Beachten Sie unbedingt die strikte Frist von nur einer Woche nach Wegfall des Hindernisses, innerhalb derer Sie den Antrag stellen und den versäumten Einspruch nachholen müssen. Eine verspätete Einreichung des Antrags oder der Nachweise nach Ihrer Genesung kann trotz grundsätzlich nachvollziehbarer Entschuldigungsgründe zum Verlust der Möglichkeit führen, die Fristversäumnis noch zu heilen.

Ist die Zustellung wirksam, wenn der Bescheid an meine alte Meldeadresse geschickt wurde?

ES KOMMT DARAUF AN. Eine Zustellung an die alte Meldeadresse ist grundsätzlich unwirksam, sofern Sie dort nicht mehr tatsächlich wohnen und die Behörde Ihre neue Anschrift hätte ermitteln können. Die rechtliche Wirksamkeit hängt jedoch entscheidend davon ab, ob der Bescheid Sie oder Ihren bevollmächtigten Anwalt auf anderem Wege dennoch tatsächlich erreicht hat.

Nach der Rechtsprechung des BGH (Az. III ZR 342/09) setzt eine wirksame Ersatzzustellung durch Einlegen in den Briefkasten gemäß § 180 ZPO zwingend voraus, dass dieser Briefkasten zu Ihrer tatsächlichen Wohnung gehört. Da die Einspruchsfrist von zwei Wochen erst mit einer wirksamen Zustellung beginnt, setzt ein fehlerhafter Zustellungsort den Fristlauf im Regelfall nicht in Gang. Dies gilt insbesondere dann, wenn Sie sich ordnungsgemäß umgemeldet haben und die Behörde somit die rechtliche Möglichkeit hatte, die korrekte Adresse aus dem Melderegister zu entnehmen. Dennoch sollten Sie den Bescheid keinesfalls ignorieren, da die Behörde zunächst von einer wirksamen Zustellung ausgeht und ohne Ihren Einspruch bereits belastende Vollstreckungsmaßnahmen einleiten könnte.

Ein solcher Zustellungsmangel kann jedoch gemäß § 189 ZPO geheilt werden, wenn das Dokument der empfangsberechtigten Person trotz des Fehlers tatsächlich zugeht. Hat beispielsweise Ihr bevollmächtigter Rechtsanwalt den Bescheid erhalten, gilt dieser in dem Moment als zugestellt, in dem er ihm vorliegt, wodurch die Einspruchsfrist trotz der falschen Adressierung rechtlich bindend zu laufen beginnt.


zurück zur FAQ Übersicht

Reicht ein Fax am letzten Tag aus, um die zweiwöchige Einspruchsfrist sicher zu wahren?

JA. Ein Fax am letzten Tag der zweiwöchigen Frist ist ausreichend, sofern es bis spätestens 24:00 Uhr vollständig und lesbar bei der zuständigen Behörde eingegangen ist. Maßgeblich für die Fristwahrung ist dabei ausschließlich der tatsächliche Zeitpunkt des Eingangs im Empfangsgerät der Behörde, nicht der Zeitpunkt des Absendens.

Gemäß § 67 Abs. 1 OWiG muss der Einspruch schriftlich erfolgen, wobei die Übermittlung per Telefax diese gesetzlichen Anforderungen an die Schriftform vollständig erfüllt und rechtlich anerkannt ist. Ein entscheidender Vorteil gegenüber dem Postweg besteht darin, dass der qualifizierte Sendebericht mit dem Statusvermerk „OK“ als belastbarer Beweis für den erfolgreichen Zugang dient. Sie sollten jedoch beachten, dass die Übermittlung bei umfangreichen Anhängen oder technischen Störungen Zeit beanspruchen kann, weshalb ein Puffer vor der Mitternachtsgrenze dringend zu empfehlen ist. Da das Risiko für technische Übermittlungsfehler grundsätzlich beim Absender liegt, gilt die Frist nur dann als gewahrt, wenn das Dokument noch vor Tagesablauf vollständig vorliegt.

Falls die Frist an einem Samstag, Sonntag oder gesetzlichen Feiertag endet, verschiebt sich das rechtliche Ende gemäß § 43 Abs. 2 StPO analog auf den Ablauf des nächsten Werktages.


zurück zur FAQ Übersicht


Hinweis: Informationen in unserem Internetangebot dienen lediglich Informationszwecken. Sie stellen keine Rechtsberatung dar und können eine individuelle rechtliche Beratung auch nicht ersetzen, welche die Besonderheiten des jeweiligen Einzelfalles berücksichtigt. Ebenso kann sich die aktuelle Rechtslage durch aktuelle Urteile und Gesetze zwischenzeitlich geändert haben. Benötigen Sie eine rechtssichere Auskunft oder eine persönliche Rechtsberatung, kontaktieren Sie uns bitte.

Haben Sie einen Bußgeldbescheid erhalten?

Mit unserer Hilfe teure Bußgelder und Fahrverbote vermeiden!

Wir überprüfen Ihren Bußgeldbescheid kostenlos und unverbindlich auf Fehler und die Möglichkeit eines Einspruchs.
Blitzer Bußgeld prüfen

Rechtstipps aus dem Verkehrsrecht

Urteile über Bußgeld und Ordnungswidrigkeiten

Unsere Kontaktinformationen

Rechtsanwälte Kotz GbR

Siegener Str. 104 – 106
D-57223 Kreuztal – Buschhütten
(Kreis Siegen – Wittgenstein)

Telefon: 02732 791079
(Tel. Auskünfte sind unverbindlich!)
Telefax: 02732 791078

E-Mail Anfragen:
info@ra-kotz.de
ra-kotz@web.de

Rechtsanwalt Hans Jürgen Kotz
Fachanwalt für Arbeitsrecht

Rechtsanwalt und Notar Dr. Christian Kotz
Fachanwalt für Verkehrsrecht
Fachanwalt für Versicherungsrecht
Notar mit Amtssitz in Kreuztal

Bürozeiten:

Montags bis Donnerstags von 8-18 Uhr
Freitags von 8-16 Uhr

Individuelle Terminvereinbarung:
Mo-Do nach 18 Uhr und Samstags möglich.
Wir richten uns flexibel an die Bedürfnisse unserer Mandanten.